Nachlese Bodensee 2016 - Heimatmuseum-Kostheim.de

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Heimatverein Kostheim auf Drei-Länder-Tour

„Wir unternehmen 2016 eine Studienfahrt zum Bodensee“, so lautete der
Vorstandsbeschluß des Heimatvereins Kostheim am Ende des vergangenen Jahres.
Der 1. Vorsitzende des Vereins Holm Collofong und Vorstandsmitglied Franz Haus
beschäftigten sich sofort mit der umfangreichen Organisation der Reise.

Die Fahrt fand in der Zeit vom 11.- 15. April statt. Bei bestem Frühlingswetter traf sich die
fröhlich gestimmte Reisegruppe am Kostheimer Weinbrunnen, begrüßt von ihrem Busfahrer
Heinz.



Die erste Etappe der Tour verging wie im Flug, denn Sigrun Collofong trug unterhaltsame Texte
vor und ließ den Inhalt fantasievoll verpackter Gegenstände erraten.
Bei der Beantwortung einiger Rätselfragen rauchten die Köpfe der Reisenden. Wie es
Kostheimer Brauch ist, wurde bald das mitgebrachte Kostemer Frühstück „Weck, Worscht un
Woi“ an einem schönen Rastplatz eingenommen.

Gut gestärkt begaben sich die Mitglieder und Freunde des Heimatvereins auf die Weiterreise.
Der nächste Halt war am Rheinfall von Schaffhausen, wo der Rhein aus 23m Höhe und auf
einer Breite von 150m tosend von den Felsen fällt. An diesem Tag glitzerte das Wasser für die
Kostheimer im hellen Sonnenschein besonders schön.

Voll neuer Eindrücke erreichte die Reisegruppe am späten Nachmittag das gepflegte, familiär
geführte Hotel Knoblauch in Friedrichshafen.
Beim Abendessen konnte sich jeder von den Anstrengungen des Tages erholen; spätestens
nach dem Genuß des vom Restaurant empfohlenen Bärlauch Schnapses fühlte man sich weit
weg vom Alltag in Kostheim.

Eine Führung durch das Zeppelin-Museum in Friedrichshafen stand auf dem Programm des
folgenden Tages. In kleine Gruppen aufgeteilt, erfuhren die Reiseteilnehmer Einzelheiten über
den Bau der Luftschiffe, die Pioniere der Luftschifffahrt, die Erfolge und Katastrophen und vieles
mehr.
Der originalgetreue Teilnachbau des Luftschiffes„Hindenburg“ faszinierte alle. Nach ausgiebiger
Mittagspause am wunderschönen Seeufer mit den einladenden Cafés fuhr die Gruppe entlang
blühender Obstplantagen zum Kloster und Schloß Salem.

Gleich beim Betreten der Schloßanlage empfing die Besucher ein stilvoller Garten nach dem
Vorbild barocker Formengärten mit geschnittenen Hecken und symmetrisch angelegten Wegen.
Das ehemalige Zisterzienserkloster Salem, 1134 gegründet, zählt zu den bedeutendsten
Kulturdenkmälern Deutschlands.
Seit 1802 ist Schloss Salem Wohnsitz und Weingut des Markgrafen von Baden. 1920 wurde die
in aller Welt bekannte Schule „Schloss Salem“ eingerichtet.
Die Kostheimer nahmen an einer Führung durch das Münster des Klosters (gebaut um 1300)
teil. Außen schlicht und streng; innen mit Alabasterschmuck ausgestaltet, bietet das Münster
Kunstwerke von der Zeit der Gotik bis zum Barock. Besonders hervorzuheben sind das
spätbarocke Chorgestühl und eine Statue des Hl. Bernhard von Clairvaux gemeinsam  mit der
Skulptur „Salemer Honigschlecker“.
Diese Figur symbolisiert die Überzeugungskraft und einschmeichelnde Rhetorik des Gründers
des Zisterzienserordens. Ein kurzer Spaziergang durch den Garten mit einem Blick in den
kunstvoll dekorierten Marstall rundete das Besichtigungsprogramm ab.

Die Altstadt Lindaus, die österreichische Festspielstadt Bregenz und das Hopfenmuseum in
Tettnang hießen die Highlights des nächsten Tages. Zweifelsohne gehört Lindau zu den
sehenswertesten Städten am Bodensee. Die Altstadt mit nur noch 2500 Einwohnern breitet sich
auf einer kleinen Insel aus und steht unter Ensembleschutz.
Der „Neue Leuchtturm“ zeigt die Hafeneinfahrt an. Der südländische Charme der schmalen
Altstadtgassen lädt die Touristen zum Verweilen ein.
Die Sehenswürdigkeiten wie z.B.: das „Alte Rathaus“ mit der farbenfrohen Fassade, die
Patrizierhäuser mit den aufgemalten „Besitzerreihen“, das Haus der Fernkaufleute „ Zum
Sünfzen“, der „Diebsturm“, das Haus zum „Cavazzen“, der „Mangturm“ (heute Rapunzelturm
genannt) wurden von den Kostheimern bestaunt.
Beeindruckt zeigte man sich von der 1000 Jahre alten „Peterskirche“, die 1928 zu einer
Gedenkstätte für Kriegsopfer umgestaltet wurde; Fresken aus dem 15. Jh. schmücken den
Innenraum.

Bregenz empfing die Besucher aus Kostheim leider mit einem kräftigen Regenguss. Im Nu fand
jeder ein nettes Café oder Restaurant, wo man es sich gemütlich machte. Das Ziel am
Nachmittag hieß: „Hopfenmuseum u. Hopfengut“ in Tettnang. Das Konzept dieses Museums
erhielt bereits einen Preis als „Vorbildliches Heimatmuseum“.

Die Kostheimer wurden in die Geheimnisse des Hopfenanbaus und die Handerntemethode der
50er Jahre eingeweiht. Sie lernten während der unterhaltsamen Führung, daß es vor
Jahrzehnten eine Auszeichnung war, zur „Hopfensau“ ernannt zu werden, und daß (Zitat) „die
männliche Hopfenpflanze zu nichts zu gebrauchen ist“, was in der Besuchergruppe viel
Heiterkeit hervorrief.

Am folgenden Tag stand ein Ausflug in die Schweiz auf dem Programm. Der Himmel hellte sich
wieder auf als es mit dem Reisebus auf kurvenreicher Strecke mit Blick auf saftig grüne Wiesen
und Weiden zur Appenzeller Schaukäserei Stein ging. In einem kurzweiligen Vortrag erklärte
Ursula die Appenzeller Käseherstellung.
Von der Besuchergalerie blickte man in das 6500 Liter fassende „Käsekessi“ und auf 12500
heranreifende Käselaibe. Sie werden in monatelanger Reifezeit regelmäßig mit einer
geheimnisvollen „Kräutersulz“ gepflegt. Die Zusammensetzung der Kräutersulz ist ein streng
gehütetes Firmengeheimnis; zur Zeit nur 2 Personen bekannt.
Die anschließende Degustation der Käsespezialitäten und des Birnbrotes machte den
Besuchern Lust auf mehr, und so wurde für zu Hause kräftig eingekauft.

Entspannung war danach bei der Mittagspause im Städtchen Arbon am Bodenseeufer
angesagt. Man stellte dabei fest, daß der mitgebrachte Kostheimer Wein auch am Bodensee
hervorragend schmeckt. Mit der Autofähre ab Romanshorn erreichte die Gruppe schließlich
Friedrichshafen. Das herrliche Wetter verführte alle dort noch zu einem kleinen Bummel auf der
Seepromenade, zum Eisessen und Sonnenbaden. Zufrieden mit dem abwechslungsreichen Tag
kehrte man ins Hotel zurück, um sich zum letzten Abendessen der Reise niederzulassen.

Ein Besuch der Bodenseeregion ohne die Besichtigung der Marienwallfahrtskirche Birnau wäre
unvollständig. Zu einer Führung durch die wunderschöne Basilika wurde aus diesem Grund die
Heimreise unterbrochen.
Das barocke Gesamtkunstwerk in Rosa und Weiß liegt über den Weinbergen mit Sicht auf den
Bodensee. Die Kirche wurde 1746-1750 erbaut, da die 3km entfernt gelegene Marienkapelle
aus dem 13. Jh. mit wundertätiger Marienstatue den Ansturm der Wallfahrer nicht mehr fassen
konnte.
Der Vorarlberger Künstler Peter Thumb führte die Arbeit im Auftrag der Zisterzienser von Salem
aus. Der Baumeister brachte durch das Prinzip des Illusionismus den Innenraum in eine
prächtige Form; ein Höhepunkt des oberschwäbischen Barock. Pater Konrad Schultes
erläuterte sehr lebendig eine Vielzahl an Details und Symbolen in der Ausstattung des
Gotteshauses.

Nun hieß es, Abschied zu nehmen vom Bodensee. Busfahrer Heinz entschied sich, durch den
Schwarzwald zurückzufahren. So konnte sich die Reisegruppe noch in Freudenstadt im
„Brauhaus am Markt“ bei einem deftigen Essen und „Frühlingsbier“ für die Weiterfahrt nach
Kostheim stärken.

Holm Collofong gab einen Ausblick auf die weiteren Aktivitäten des Heimatvereins Kostheim im
Jahr 2016. Er hob das traditionelle Brunnenfest hervor, das zum 30. Mal gefeiert wird. Unter
dem Motto „Der Heimatverein lädt alle ein, beim Brunnenfest dabei zu sein“ findet das Fest vom
9.-11. September 2016 rund um den Weinbrunnen statt!

(Sigrid Gebhardt)































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