Nachlese Bayr. Wald - Heimatmuseum-Kostheim.de

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HEIMATVEREIN KOSTHEIM e.V.
 

Tradition und Lebensfreude im Bayerischen Wald
 

Studienfahrt vom 15.4.-19.4.2018
 
Im Jahre 1786 schrieb Goethe kurz und treffend während einer Reise durch Süd-
deutschland: „Regensburg liegt gar schön. Die Gegend musste eine Stadt hierher
locken.“
 
Eine große Reisegruppe des Heimatvereins Kostheim e.V. folgte Goethes Spuren,
um seine Aussage zu überprüfen. Der Bayerische Wald mit Besichtigungen in
Regensburg und Passau war das Ziel der Studienfahrt 2018. Bei trübem Wetter
startete man am Kostheimer Weinbrunnen, aber schon während des traditionellen
„Kostemer Frühstücks“ in der Nähe des Rasthofs Haidt hellte sich der Himmel auf.
Rasch verging die Zeit bis zum ersten Besichtigungsstopp: die Gedenkstätte
„Walhalla“ bei Regensburg. Hier ließ der bayerische König Ludwig I. in Gestalt
eines von Säulen umgebenen Tempels eines der bedeutendsten deutschen
Nationaldenkmäler des 19. Jahrhunderts erbauen. Die Einweihung fand 1842 statt.
Die Büsten berühmter deutscher Herrscher, Wissenschaftler und Künstler sind im
Inneren des monumentalen Raumes aufgereiht. Seit 1962 werden sie in
Zeitabständen von fünf bis sieben Jahren ergänzt.
 
Am späten Nachmittag des Anreisetages erreichten die Kostheimer das
„Musik-u. Wellnesshotel Mariandl“ in der beschaulichen Gemeinde Haibach/
Elisabethszell. Dies war der Ausgangsort für die Unternehmungen der Vereinsfahrt.
Die Gäste wurden sogleich kulinarisch verwöhnt, und sie genossen den weiteren
Abend in ausgelassener Stimmung bei Live-Musik im Hotelrestaurant.
 
Am folgenden Tag lernten die Ausflügler die Drei-Flüsse-Stadt Passau in Begleitung
der sachkundigen Gästeführerin Sabine aus drei verschiedenen Blickwinkeln kennen.
Zunächst fuhr man hinauf zur Veste Oberhaus mit herrlicher Aussicht auf die Stadt
und ihre 54 Kirchtürme. Anschließend wurde die gegenüber liegende Anhöhe mit
der Mariahilf-Kirche erklommen. Sie ist der Mittelpunkt einer Wallfahrtsstätte aus
dem 17. Jahrhundert. Tausende von Pilgern aus ganz Europa besuchen den Ort
heute noch. Viele Gläubige bewältigen den Aufstieg zum Mariengnadenbild über die
„Wallfahrtsstiege“ (321 Stufen) auf Knien.
 
Die Kostheimer Reisegruppe erkundete nun die charmante Altstadt; besichtigte den
Dom St. Stephan mit der größten Domorgel der Welt und entspannte in gemütlichen
Cafés.
 
Am Nachmittag hieß es „Leinen los“: das Donauschiff „Sissi“ setzte sich in Bewegung
und vermittelte den Passagieren auf der Route der „Dreiflüsse“-Stadtrundfahrt
weitere interessante Ausblicke auf die Stadt. Donau, Inn und Ilz zeigten ein ein-
drucksvolles Farbenspiel bei Sonne und Wolken. Alexander von Humboldt irrte wohl
nicht, als er Passau zu „den 7 schönsten Städten der Welt“ zählte.
 
„Fahrt entlang der Glasstraße“- so nannte sich das Programm des nächsten Tages.
Mit dem „echt bayerischen“ Gästeführer“ Alfons ging die Tour bei weiß-blauem
Himmel entlang des frischen Grüns rechts und links der Straße zuerst zur
„Gläsernen Destille“ in Böbrach. Nach dem Motto des einheimischen Alfons :“Ist die
Viehzucht aufgegeben, heißt es vom Touristen leben“, konnte man sich die
Vorführung zur Herstellung des Bärwurz Schnapses betrachten und das Schnaps-
museum durchstreifen. Offenbar gefiel es den Kostheimer Touristen; man schaute,
man probierte und kaufte so manches Fläschchen für den Genuss zu Hause. In
guter Stimmung begaben sich die Reisenden auf den Weg zur verschneiten
Talstation des Großen Arber- mit 1456m der höchste Berg des Bayerischen Waldes.
Weiter ging es nach Bayerisch-Eisenstein zur bayerisch-böhmischen Grenze. Die
Grenze verläuft quer durch den dortigen Bahnhof und kann ohne jegliche
Formalitäten überschritten werden.
 
Der Höhepunkt des Tagesausflugs folgte in Arnbruck, inmitten der wunderschönen
Landschaft des Zellertales gelegen: der Besuch des „Glasdorfes“ der Familie
Weinfurtner. Die Kostheimer konnten hautnah erleben , wie Glasbläser farben-
prächtige Glaskunstwerke in traditioneller Art schufen. Im Anschluss schlenderte
man durch die weitläufige Anlage mit der beeindruckenden Ausstellung der
Glasskulpturen oder erwarb ein gläsernes Souvenir. Der Besuch des sog.
Glasdorfes wird den Fahrtteilnehmern unvergesslich bleiben.
 
Am folgenden Tag fragten sich viele Mitreisende: „Hatte Goethe recht mit seiner
Einschätzung? Liegt Regensburg wirklich so schön?“. Sie wurden nicht enttäuscht!
Geführt von zwei versierten Gästeführerinnen wurde die Altstadt erforscht. Die
Altstadt Regensburgs muss man einfach gesehen haben: über die Steinerne Brücke
gelangt man in enge Gassen, die von der Jahrhunderte alten Stadtgeschichte
zeugen. Auf Schritt und Tritt begegnet man gut erhaltenen oder schön renovierten
Bauwerken aus dem 12./13. Jahrhundert, aus der Renaissance und dem Barock.
Eine Besonderheit stellen die hoch aufragenden Geschlechtertürme nach
italienischem Vorbild dar- einst von reichen Regensburger Kaufleuten erbaut.
Das Domviertel mit dem Dom St. Peter aus dem 13.Jh. bedarf besonderer
Erwähnung. Die prunkvolle Westfassade beeindruckt heute noch Touristen aus
aller Welt.
 
Auch für das leibliche Wohl der Kostheimer war in der Stadt bestens gesorgt;
ob bei Ulis Dampfnudeln, im Café Prinzess oder in der Historischen Wurstbraterei
am Donauufer. Man verließ die Stadt - seit 2006 ist sie Teil des UNESCO
Welterbes - mit dem Gefühl, einen Ort mit authentischer, historischer Atmosphäre
erlebt zu haben.
 
Am Tag darauf nahmen die Reisenden wehmütig Abschied vom Bayerischen Wald.
Doch ein zusätzliches „Schmankerl“ erwartete sie auf der Rückfahrt: ein Stopp im
Kloster Weltenburg mit der Einkehr in die Klosterschenke. Bei einem individuellen
Besichtigungsrundgang erfuhr man, dass der Orden der  Benediktiner im 8. Jh.
das Kloster übernommen hatte. Zu Beginn des 18. Jh. erreichte die Klosteranlage
durch den Bau der Barockkirche nach den Plänen der Brüder Asam internationalen
Ruhm.
 
Der schattige Garten der Klosterschenke lud um die Mittagszeit zum Verweilen
ein, und die Kostheimer genossen das hervorragende Weltenburger Klosterbier aus
der ältesten Klosterbrauerei der Welt. Durch das romantische Altmühltal ging es
schließlich in Richtung Heimat Mainz-Kostheim.
 
Am Ende der Reise gab es Dankesworte für das Vorstandsmitglied Franz Haus und
Holm Collofong, den 1. Vorsitzenden des Heimatvereins Kostheim e.V., für die
Organisation der Studienfahrt. Beifall ernteten auch Sigrun Collofong für ihre
unterhaltsamen Textvorträge während der Busfahrt und Fahrer Heinz für seine
besonnene Fahrweise.
 
Zuletzt stimmte Holm Collofong alle auf die Vereinsveranstaltungen im Jahr 2018
ein: 25.5. Jahreshauptversammlung im Bürgerhaus Kostheim; 29.5. Vernissage
der Ausstellung zu General Custine im Heimatmuseum; 24.8. Eröffnung der AKK
Kulturtage im Heimatmuseum und Vernissage der Kunstausstellung von Patrick
Hermann; 7.-9.9. traditionelles Brunnenfest am Kostheimer Mainufer.
 
Für den Vorstand des Heimatvereins Kostheim heißt es deshalb in den nächsten
Wochen: „Es gibt sehr viel zu tun, packen wir‘s an.“ Alle Bürger von nah und
fern sind herzlich zu den Veranstaltungen eingeladen.
 
 
(Text: Sigrid Gebhardt)
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